Erster Nachweis einer zweiten invasiven Weichkorallenart, Latissimia ningalooensis, im Süden Puerto Ricos

20. Juni 2025

Invasive Arten stellen eine ernsthafte Bedrohung für Korallenriff-Ökosysteme dar, da sie einheimische Arten verdrängen, Lebensräume verändern und das ökologische Gleichgewicht stören. Riffe in Puerto Rico und der gesamten Karibik sind aufgrund der verstärkten Auswirkungen von Krankheitsausbrüchen, Korallenbleiche, Überfischung und anderen vom Menschen verursachten Stressfaktoren besonders gefährdet. Diese Einflüsse hinterlassen oft kahle Stellen an Riffen und schaffen so ideale Bedingungen für die Besiedlung durch invasive Organismen wie Weichkorallen. In der südwestlichen Karibik haben invasive Weichkorallen bereits Riffhabitate überwuchert und einheimische Arten, darunter auch Steinkorallen, verdrängt. 

Latissimia ningalooensis befindet sich in der Mitte des Bildes, umgeben von Xenia umbellataFoto © Daniel A. Toledo-Rodriguez

Diese Studie berichtet über die Entdeckung einer neuen invasiven Weichkorallenart in Puerto Rico: Latissimia ningalooensis, ursprünglich in Australien beheimatet. Erstmals im März 2024 beobachtet, ist dies die zweite invasive Weichkorallenart, die in Puerto Rico innerhalb von weniger als sechs Monaten gemeldet wurde, nach Xenia umbellata im Oktober 2023. Genetische Tests bestätigten die Identität von L. ningalooensis, und sein Aussehen ähnelt stark den Exemplaren aus seinem natürlichen Verbreitungsgebiet. Sein gemeinsames Vorkommen mit X. umbellata lässt darauf schließen, dass beide Arten auf ähnlichen Wegen eingewandert sind – möglicherweise über den Aquarienhandel, den Schiffsverkehr oder durch Floßfahrt auf Treibgut. 

Die Ankunft von L. ningalooensis Die Art ist sehr besorgniserregend, da sie als äußerst persistent gilt. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, da eine Ausrottung nach Beginn der Vermehrung nahezu unmöglich ist. 

Angesichts dieser Risiken fordern die Autoren eine koordinierte regionale Reaktion. Früherkennung ist entscheidend: Regelmäßiges Riffmonitoring und die schnelle Identifizierung nichtheimischer Arten bieten die beste Chance, eine Invasion zu stoppen, bevor sie sich ausbreitet. Die Ausrottung der ersten Kolonie könnte die einzige wirksame Möglichkeit zur Kontrolle sein. 

Zum Schutz der karibischen Riffe bedarf es kontinuierlicher Unterstützung gemeinsamer Überwachungsprogramme, der Erforschung möglicher Einschleppungswege und der Untersuchung der Wechselwirkungen invasiver Arten mit einheimischen Rifforganismen. Ein proaktives, gut finanziertes regionales Management ist unerlässlich, um dieser neuen Bedrohung zu begegnen. 

Auswirkungen für Manager 

  • Führen Sie regelmäßig Riffuntersuchungen durch und erstellen Sie Protokolle, um invasive Kolonien schnell zu identifizieren und zu entfernen, bevor sie sich vermehren und ausbreiten.
  • Arbeiten Sie in der gesamten Region zusammen, um Daten auszutauschen, neu auftretende Invasionen zu überwachen und regionsweite Strategien zur Prävention und Kontrolle zu entwickeln.
  • Investieren Sie in konsistente, gut finanzierte Überwachungsprogramme, mit denen sich die Ausbreitung invasiver Arten im Laufe der Zeit verfolgen lässt.
  • Bilden Sie Taucher, Fischer und Gemeindegruppen aus und beziehen Sie sie in die Erkennung und Meldung ungewöhnlicher oder nicht heimischer Arten ein, um die Überwachungskapazität zu erweitern. 

Autor: Toledo-Rodriguez, DA, CS McFadden, NM Jiminez Marrero, JD Muñoz-Maravilla, AJ Veglia, E. Weil und NV Schizas 

Jahr: 2025 

bioRxiv 2025.04.16.648000. doi: 10.1101/2025.04.16.648000 

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