Verbesserung des menschlichen Wohlbefindens in Meeresschutzgebieten durch zukunftsorientiertes Denken

15. August 2024

Meeresschutzgebiete (MPAs) sind wichtige Instrumente zum Schutz ökologischer Systeme und werden weltweit zunehmend eingerichtet. Allerdings können MPAs das menschliche Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen, insbesondere für Gemeinden, die von Fischerei und Küstenzugang abhängig sind. Oft sind diese Auswirkungen kurzfristig negativ, wie etwa der Verlust des Zugangs zu Fischgründen, während die positiven Effekte, wie etwa die Erholung der Fischpopulationen, erst später eintreten. Leider werden die Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden vor der Einrichtung eines MPAs selten berücksichtigt, und die betroffenen Gemeinden werden während des Prozesses selten konsultiert. Es besteht ein dringender Bedarf, die zukünftigen Auswirkungen auf das Wohlbefinden zu verstehen und zu kommunizieren und gleichzeitig nachhaltige Lösungen sowohl vor der Einrichtung von MPAs als auch während ihrer laufenden Verwaltung gemeinsam zu entwickeln. 

Die Autoren beschreiben drei zukunftsorientierte Ansätze, die bei der Betrachtung der Auswirkungen von Meeresschutzgebieten auf das menschliche Wohlbefinden sowohl auf kurze als auch auf lange Sicht zum Einsatz kommen können: 

  • Quantitative Vorhersage: Bei diesem Ansatz werden historische Daten verwendet, um quantitative Modelle zu erstellen, die die möglichen zukünftigen Auswirkungen von Meeresschutzgebieten auf das menschliche Wohlbefinden vorhersagen. Beispielsweise könnten Modelle soziale Auswirkungen abschätzen, indem sie Daten aus bestehenden Meeresschutzgebieten verwenden, um mögliche Auswirkungen für geplante Meeresschutzgebiete vorherzusagen, wie etwa Änderungen bei Einkommen, Fang und Ernährung.
  • Veränderungen prognostizieren: Bei dieser Methode werden Zukunftsszenarien entwickelt, die die möglichen Auswirkungen von Meeresschutzgebieten auf das menschliche Wohlbefinden berücksichtigen. Während der Gestaltung von Meeresschutzgebieten könnten die Implementierer mit Experten zusammenarbeiten, um wichtige Probleme zu identifizieren und marginalisierte Gruppen einzubeziehen, um gemeinsam verschiedene Zukunftsszenarien zu entwickeln – von pessimistischen bis zu optimistischen Ergebnissen. Die Untersuchung dieser Szenarien hilft dabei, den Planungsprozess für Meeresschutzgebiete zu steuern, mit dem Ziel, negative Auswirkungen abzumildern und positive Ergebnisse zu fördern.
  • Zukünftige Interaktionen und Dynamiken: Dieser Ansatz konzentriert sich auf das Verständnis und die Berücksichtigung zukünftiger Interaktionen und Dynamiken, die das menschliche Wohlbefinden im Zusammenhang mit Meeresschutzgebieten beeinflussen können. Er betont flexible Schutzstrategien und iterative Entscheidungsfindung zur Anpassung an veränderte Umstände. Kreative Methoden, wie kurze fiktionale Werke, können komplexe Zukunftsszenarien untersuchen, die quantitative Modelle nicht darstellen können, beispielsweise wie es Küstenbewohnern unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Ethnizität, Religion und Geschlechts ergehen könnte, wenn ein Meeresschutzgebiet eingerichtet würde. 

Jeder dieser zukunftsorientierten Ansätze hat seine Grenzen. Die kombinierte Anwendung dieser Ansätze vermittelt jedoch ein umfassendes Verständnis der möglichen Auswirkungen auf das Wohlbefinden und ermöglicht fundierte Entscheidungen zur Förderung nachhaltiger Meeresökosysteme und des Wohlergehens der Küstengemeinden. 

 

Auswirkungen für Manager 

  • Nutzen Sie partizipatorische, zukunftsorientierte Ansätze, um mögliche negative Auswirkungen von Meeresschutzgebieten auf das menschliche Wohlbefinden vorherzusehen und abzumildern. Dies fördert eine gerechte Entscheidungsfindung und verteilt Nutzen und Risiken gerecht auf verschiedene Gruppen. Diese Arbeit sollte vor der Planung oder Schaffung von Meeresschutzgebieten durchgeführt werden.
  • Berücksichtigen Sie sowohl die kurzfristigen Schäden als auch die langfristigen Vorteile für die betroffenen Gruppen. Beurteilen Sie, ob die Gruppen die kurzfristigen Schäden verkraften können, während sie auf langfristige Vorteile warten.
  • Nehmen Sie eine breitere Definition des menschlichen Wohlbefindens an, die über einfache Maßstäbe wie Einkommen oder Fang hinausgeht. Das Wohlbefinden variiert bei einzelnen Personen je nach Alter, Kultur, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht und Engagement in bestimmten Fischereien.
  • Um die Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden umfassend zu verstehen, kombinieren Sie die drei beschriebenen Ansätze: quantitative Vorhersage, Prognose von Veränderungen sowie zukünftige Interaktionen und Dynamiken.
  • Erkunden Sie eine Reihe optimistischer und pessimistischer Zukunftsszenarien und beziehen Sie Interessenvertreter und Randgruppen in den Beteiligungsprozess ein.
  • Nutzen Sie sowohl quantitative als auch kreative Methoden, um wahrscheinliche und weniger wahrscheinliche Zukunftsszenarien zu untersuchen. 

Autoren: Baker, DM, N. Bennett, RL Gruby, S. Mangubhai, RD Rotjan, E. Sterling, K. Sullivan-Wiley, D. Gill, D. Johnson, GG Singh, SC White, NJ Gray, M. Imirzaldu und NC Ban 

Jahr: 2023 

One Earth 6(10): 1286-1290. doi: 10.1016/j.oneear.2023.09.008

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Diese Artikelzusammenfassung wurde in Zusammenarbeit mit dem entwickelt Blaue Natur Allianz, eine globale Partnerschaft zur Förderung eines wirksamen groß angelegten Meeresschutzes.

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